Sonntag, 10. Oktober 2010

Lagebericht

Sommer, Affenhitze, zwei oder drei angenehme Tage und -zack- ist es Herbst, ich friere und muss wieder wärmere Sachen anziehen. Jahreszeitenwechsel gehen hier in Syrien so abrupt von statten, da kann man kaum *Donaudampfschiffahrtsgesellschaftskapitän* sagen, so schnell geht das. Da unten in der Seitenleiste steht zwar, es wären 23°C, aber das kann ich nicht so recht glauben. Nun hab ich kalte Füße, weil ich nur entweder Socken oder Hausschuhe tragen kann, die Hausschuhe haben nämlich so ein Riemchen zwischen dem großen Zeh und dem daneben. Muss ich wohl schon wieder Schuhe kaufen.

Ansonsten ist mein momentaner Gemütszustand leicht angepisst, was aber nicht am Wetter liegt, sondern am permanenten Rumhängen in vier Wänden und der (Doppel-)Moral der Welt außerhalb und leider sogar manchmal innerhalb dieser vier Wände liegt. Syrien nervt mich heute, ich will zurück, aber der Herr Sachbearbeiter kommt auch nicht so recht in die Pötte, und dieses Jahr wird das wohl nichts mehr mit dem Zurück. Ich seufze einmal laut und lasse einen Gedanken zu Modeste rüberfliegen, die grad mindestens genauso angepisst wie ich zu sein scheint.

Suleman Taufiq - Mondtheater

Suleman Taufiq, 1953 geboren, seit 1971 in Deutschland lebend, ist Schriftsteller, Publizist und Übersetzer. 2001 erschien sein Gedichtband

Mondtheater

Im Gegensatz zu Adel Karasholi ist die Erfahrung von Fremde und Heimatlosigkeit nur ein Randthema, denn im Gegensatz zu Karasholi hat sich Taufiq freiwillig für das Leben in Deutschland entschieden. Die Themen variieren in diesem Band, es geht viel um Liebe, seelisch wie körperlich:

welche lippen werde mich küssen / welche wärme wird mich wärmen /wie ein kuss von dir

Viele Gedichte sind Momentaufnahmen einer Stimmung, eines Gefühls:

die lichter der stadt / und ihr lärm / machten ihn fürchten / er legte sich ins bett / und begann sich herumzuwerfen

Es gibt keinen roten Faden, die Gedichte stehen für sich, manche länger, manche nur Gedankensplitter, immer in Kleinschrift, die Sprache ist schön und schlicht, keine gestelzt gewollten Wort- oder Satzungetüme erschweren das Lesen. Ich fand das Büchlein sehr angenehm zu lesen, sicher kann man nicht mit allen Gedichten etwas anfangen, manche sind etwas schlicht und sms-spruch-fähig, manche für mich recht nichtssagend, doch es sind Perlen dabei, um die es schade wäre, wenn man das Buch von vornherein beiseite legte. Mein Lieblingsgedicht ist das allererste im Buch:

in deiner stimme die wärme der nay / nur deine stimme singt meine lieder / noch schöner sind deine augen / sie sind warm wie der sommer / eine nie versiegende quelle / die blicke deiner augen / erleuchten die nacht / deine augen sind damast / verziert mit rosen / deine augen sind ein schöner traum / der noch nicht beendet ist / ich verlangte nach dir / ich war ein kleiner verträumter / ein betrunkener / ich fand in deinen augen zu mir

Drei Sterne

Watching The Wheels

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