Kulinarisches

Montag, 15. November 2010

Nichtmal Katzenfutter

WIe ich schon einmal hier erwähnte, ist Kebbe Naye eigentlich eine sauleckere Sache. Rohes Fleisch, im weitesten Sinne vergleichbar mit Mett, vermischt mit feinkörnigem Burghul und gut gewürzt, eine echte Delikatesse. Leider verstehen sich auf die Zubereitung dieser Delikatesse aber nur die Aleppiner. Hier in Damaskus verhunzen sie einem das gute Fleisch mit der vierfachen Menge an grobkörnigem Burghul, das ist so wie Frikadellen aus achtzig Prozent Paniermehl. Die Arme-Leute-Variante eben. Dann würzen sie das ganze auch noch mit diesem seltsam süßlichen Fleischgewürz, dass hier an jede Sorte Fleisch gemacht wird, die sich nicht mehr erwehren kann. Das Ergebnis: es schmeckt nicht. Also, man kann es schon irgendwie essen, aber wenn man die meisterlich zubereitete Aleppo-Variante ausprobiert hat - sowohl bei Verwandten als auch im Restaurant - dann hat man schon Schwierigkeiten, beides überhaupt mit dem gleichen Namen zu benennen. Und dass ich mit diesem Urteil nicht ganz verkehrt liegen kann, beweisen die Küchenkatzen, die den größten Teil der eingekauften Portion als Abendessen vorgesetzt bekommen. Selbst nicht verwöhnte "Wild"-Katzen verschmähen das Fleisch... da kann ja was nicht stimmen!

Montag, 16. August 2010

Reis-Taler

Dies ist definitiv kein originär arabisches Rezept, es ist vielmehr eine selbsterfundene Arme Ritter-Variante. In Zeiten akuter Geldbörsen-Unterernährung habe ich ein paarmal Mujaddara gemacht, aber irgendwie hab ich das nicht so drauf, hat nie wirklich geschmeckt. Als ich wieder mal Reis gekocht habe, um Mujaddara zu machen, worauf ich ja schon von vornherein keine Lust hatte, weil ich weiß, dass es zwar den Magen füllt, aber nicht schmeckt, habe ich spontan was anderes damit angestellt. Diese improvisierten Reis-Taler schmeckten viel besser und nach ein paar Rezept-Verbesserungen sind sie inzwischen allseits beliebt. Und so gehts:

  • 1,5 Gläser Reis
  • 0,5 Gläser rote Linsen
  • 50g Mehl
  • 1l Gemüsebrühe
  • evtl. Knoblauch
  • Gewürze: z.B. Salz, Paprika, Kreuzkümmel
  • Öl oder Butter
  • optional mit Panade à la Wiener Schnitzel:

  • Mehl
  • Ei
  • Paniermehl

Also, zunächst mal den Reis (optimalerweise eine klebrige Sorte) und die Linsen in der Gemüsebrühe (oder Hühner- oder Fleischbrühe) kochen. Wenn die Flüssigkeit größtenteils verkocht ist, das Mehl dazugeben und gut unterrühren. Den "Teig" nach Geschmack würzen, zum Beispiel mit Knoblauch, Salz, Paprika und Kreuzkümmel, aber hier kann man natürlich wild herumexperimentieren. Mit angefeuchteten Händen formt man nun aus diesem Reisbrei Taler. Wer möchte, kann diese anschließend panieren - à la Wiener Schnitzel erst in Mehl, dann in Ei, dann in Paniermehl oder auch einfach mit einer Hähnchenpanade-Fertigmischung. Aber es geht auch ohne Panade. Die Reis-Taler nun in einer Pfanne in Butter (teurer aber schmeckt besser) oder in Öl von beiden Seiten knusprig goldbraun braten. Dazu passt Hummus-Dip und Salat (und natürlich arabisches Brot). Reste kann man auch am nächsten Tag noch kalt leicht zerdrückt als Brotbelag verputzen! Ich find's ganz gut für eine Spontankreation, dem Lob von allen Seiten nach muss es aber sogar ziemlich gut sein :).

Guten Appetit!

Donnerstag, 12. August 2010

Salat-Variation

Also ehrlich gesagt, ich bin überhaupt nicht gut im Salat machen. Wenn ich Salat mache, sieht das so aus: Eisbergsalat klein schnippeln. Inhalt einer Tüte Salat-Fix mit Wasser und Öl mischen, drüberschütten, fertig. Was anderes kann ich nicht. Ich hab hier auch Salat-Fix zu kaufen gefunden, aber der (die, das Fix?) schmeckt vor allem nach Essig. Also wurde mir folgende, genauso Dummie-taugliche, aber leckerere Variante vorgestellt:

  • 3 Tomaten
  • 3 Gurken (klein) / 1 Schlangengurke
  • 1 kleine Paprika (grün)
  • 1 Radieschen mit Grün
  • 2 Frühlingszwiebeln
  • Saft 1/2 Zitrone
  • etwas Olivenöl
  • Gewürze: Salz, Paprika, Minze

Tomaten und Paprika klein würfeln, die Gurken auf der Reibe möglichst fein reiben, das Radieschen in hauchdünne Scheiben schneiden (Achtung, nicht den Finger!). Die Frühlingszwiebeln in Ringe schneiden, das Radieschengrün hacken. Alles zusammen in eine Schüssel geben und mit Zitronensaft und einem Schuß Olivenöl vermischen. Dann mit Salz, etwas Paprika und getrockneter Minze (frische geht natürlich auch) würzen. Anstatt Zwiebeln kann man auch Knoblauch nehmen, aber bitte nicht beides zusammen, das schmeckt dann irgendwie sehr seltsam.

Guten Appetit!

Baba Ghanoush

Noch ein Dip, funktioniert genauso wie der Hummus-Dip, aber auf der Basis von Auberginen anstatt Kichererbsen. "Baba Ghanoush" heißt auf deutsch "verwöhnter Vater", was auf den ersten Blick noch irgendwie Sinn macht. Die Konnotation geht aber eher in richtig von "verzogen, verdorben" (englisch spoiled), was der Papa vielleicht nicht unbedingt gerne hört. Ist ja auch egal, es schmeckt schließlich!

* 1 Dose Baba Ghanoush / 600g Auberginen
* 6 EL Tahine (Sesampaste)
* Saft einer halben Zitrone
* 3 Knoblauchzehen
* Olivenöl
* Paprika, Kreuzkümmel
* evtl. etwas Wasser

Entweder man kauft sich die Auberginen-Basispaste einfach in der Dose oder man muss sie sich selbst herstellen. Dazu ca. 600g Auberginen mit einer Gabel einstechen und für mindestens eine halbe Stunde in den Ofen schieben. Die Haut muss richtig dunkel werden, quasi schon verkohlt. Dann holt man die Eierfrüchte aus dem Ofen, schneidet den Stielansatz ab, häutet sie und püriert das Fruchtfleisch. Ab jetzt verfährt man genauso wie beim Hummus-Dip: 6 EL Tahine, den Saft einer halben Zitrone, 3 gemörserte Knoblauchzehen und etwas Olivenöl, eventuell noch etwas Wasser - all das mit dem Auberginenmus verrühren. Ein bisschen Salz kann auch nicht schaden. Mit etwas Olivenöl begießen, Paprika und Kreuzkümmel drüberstreuen - fertig.

Guten Appetit!

Dienstag, 3. August 2010

Kalter Kartoffelsalat für heiße Tage

Also ehrlich, bei den Temperaturen hier kriege ich eigentlich kaum einen Bissen runter, mal ein Brot am Tag, ansonsten Obst und eisgekühlte Fruchtsäfte, das muss zum Überleben reichen. Aber ich hänge ja auch nur so faul hier rum, während mein Mann den ganzen Tag arbeitet. Da muss ein wenig Kaloriennachschub doch sein. Lecker und ohne Hitzewallungen geht das zum Beispiel mit diesem kalten Kartoffelsalat (ich weiß nicht, ob der besonders typisch arabisch ist, aber Hauptsache, es schmeckt, gelle):

  • 1kg Kartoffeln
  • 500 g Tomaten
  • 3 Zwiebeln
  • 2 Radieschen
  • Petersilie
  • Olivenöl
  • Saft einer halben Zitrone
  • Olivenöl
  • Salz

Die Kartoffeln schälen und in Scheiben/Würfel/Dodekaeder... schneiden, in Salzwasser kochen. Zwiebeln und Tomaten würfeln, Radieschen in hauchdünne Scheiben schneiden, Petersilie hacken. Die Kartoffeln abgießen und mit allem Kleingeschnippelten sowie Zitronensaft und einem ordentlichen Schuß Olivenöl vermischen. Nach Geschmack salzen. Schmeckt auch so lauwarm, wenn der Hunger keine Wartezeit erlaubt, besser aber noch nach einer Weile Kühlschrankaufenthalt. Natürlich wie immer mit arabischem Brot dazu!

Freitag, 30. Juli 2010

Hummus-Dip

Ein wirklich umwerfend köstlicher Dip, der vorwiegend aus Kichererbsen (=Hummus) besteht. Man nehme:

  • 1 Dose Hummus-Paste / 400g Kichererbsen
  • 6 EL Tahine (Sesampaste)
  • Saft einer halben Zitrone
  • 3 Knoblauchzehen
  • Olivenöl
  • Paprika, Kreuzkümmel
  • evtl. etwas Wasser

Hier gibt es pürierte Kichererbsen bereits in der Dose zu kaufen, ob man das in Deutschland findet, weiß ich nicht. Falls nicht, muss man zunächst mal die Kichererbsen einweichen, kochen und pürieren. Diese Paste vermischt man nun mit 6 EL Tahine, einer Sesampaste, die man vermutlich am ehesten bei arabischen Lebensmittelhändlern finden kann. Dazu den Saft einer halben Zitrone, 3 gemörserte Knoblauchzehen (mehr geht immer ;) ) und etwas Olivenöl. Wenn man das ganze verrührt, sollte ein hellbeiger, nicht zu fester Brei dabei herauskommen. Evtl. muss man noch etwas Wasser dazugeben. Serviert wird der Dip in einem Teller, so dass eine große Oberfläche da ist, um ihn mit Olivenöl zu bedecken und Paprika und Kreuzkümmel darüber zu streuen.

Schmeckt pur mit Brot, zu Fleisch, Reis... eigentlich immer :)

Freitag, 23. Juli 2010

Laban-Ayran

Heute ein kurzes Rezept zum Trinken... es sei aber vorweg gesagt, ich mag es üüüberhaupt nicht! Aber da das hier alle trinken, und mein Mann darauf als Allheil-Medizin schwört, schreibe ich es dennoch auf. Also, man nehme:

  • 250g Laban (Naturjoghurt)
  • 0,5l Wasser
  • 3 Knoblauchzehen
  • Salz

Man fülle den Joghurt und das Wasser in eine Flasche, gebe den gemörserten oder gepressten Knoblauch (nach Geschmack mehr oder weniger) sowie etwa ein TL Salz dazu. Lieber erst zuwenig Salz und dann bei Bedarf nachwürzen, zuviel Salz bekommt man nicht mehr aus der Flasche raus... Dann ordentlich schütteln, entweder eine Weile ins Tiefkühlfach oder, für Eilige, Crushed Ice dazu, und dann - prost!

Für wen sich "salziger Trinkjoghurt mit Knobi" so verrückt anhört wie für mich, der lässt es vielleicht besser sein, aber andererseits muss man ja (fast) alles mal probiert haben :)

Mittwoch, 21. Juli 2010

Der Imam fiel in Ohnmacht

Imam Bayildi ist ursprünglich ein türkisches Gericht, erfreut sich aber auch in den meisten arabischen Ländern großer Beliebtheit. Übersetzt heißt es "Der Imam fiel in Ohnmacht" und die Geschichte dazu geht so: ein Mann lud nach dem Moscheebesuch spontan den Imam zu sich nach Hause zum Essen ein. Die arme Ehefrau war darauf überhaupt nicht vorbereitet und hatte auch nicht wirklich viele Vorräte im Hause. Also improvisierte sie und produzierte mit Tomaten, Zwiebeln und Knoblauch gefüllte Auberginen. Das schmeckte dem Imam außerordentlich gut. In einer Variante der Geschichte fällt er allein aufgrund des sensationellen Geschmacks dieses Gerichtes in Ohnmacht, in einer anderen schlägt er sich den Bauch so voll mit den leckeren Auberginen, dass ihn die schiere Essensmenge in seinem Magen der Ohnmacht entgegenträgt. Eines ist jedenfalls klar: lecker ist es gewesen!

In Ohnmacht ist mir (zum Glück) noch niemand gefallen, aber geschmeckt hat meine Variante ebenfalls: sie besteht im Grunde aus den gleichen Zutaten wie das klassische Imam Bayildi, allerdings fülle ich die Auberginen nicht, sondern mische alle Zutaten zu einer Art Eintopf. Also, man nehme...

  • 1kg Auberginen
  • 0,5 kg Tomaten
  • 0,5 kg Zwiebeln
  • 1 Knolle Knoblauch
  • Olivenöl
  • 0,5l Gemüsebrühe
  • Salz, Pfeffer

Die Auberginen schneidet man in etwa fingerlange und -dicke Streifen und brät sie kurz von beiden Seiten in einer Pfanne in Olivenöl an. Dann brät man die gewürfelten Zwiebeln in einem großen Kochtopf an und gibt die Auberginen, die gewürfelten Tomaten, und die Knoblauchzehen einer Knolle Knoblauch dazu (wer nicht so sehr auf Knoblauch steht, übt hier Zurückhaltung). Die Zehen werden nicht geschält, sondern mit Schale dazugegeben! Später kann man den Knoblauch aus der Schale "zutzeln" wie bei einer bayerischen Weißwurst. Außerdem spart man sich eine Menge friemelige Schälarbeit ;). Also, zu dem Gemüse dann ca. 0,5l Gemüsebrühe und etwas Salz und Pfeffer dazugeben. Das ganze für mindestens eine halbe Stunde, eher eine ganze Stunde köcheln lassen, bei Bedarf etwas Wasser/Brühe zufügen. Durch das Anbraten der Auberginen und der Zwiebeln sollte das ganze schon ölig genug sein, falls nicht, einfach noch einen extra Schuß Olivenöl dazu. Schmeckt sowohl warm als auch kalt (sehr schön für unsere heißen Sommer, wenn man nichts warmes herunterbekommt) und natürlich mit arabischem Brot am besten.

Guten Appetit!

Montag, 19. Juli 2010

Reis auf syrische Art

Sehr simpel und sehr lecker: so essen die Syrer ihre Reisbeilage.

Man nehme:

  • 1 Glas (0,2l) Reis
  • 100g Fadennudeln
  • 1 EL Butter
  • 1 Brühwürfel
  • Salz, Pfeffer
  • 0,5l Wasser

Die Butter im Topf bei niedriger Hitze zergehen lassen, die Nudeln dazugeben und braun werden lassen. dann den Reis und Wasser dazugeben. Außerdem einen Brühwürfel, Salz und Pfeffer dazugeben. Wer es besser kann, kann natürlich auch selbst würzen und der Geschmacksverstärkerindustrie eine lange Nase drehen. Aber auch die Syrer sind faul genug und kaufen M*ggi...
Wenn das Wasser aufgebraucht ist, bevor der Reis gar ist, einfach noch ein Glas dazugeben.Ist der Reis gar und all das Wasser verdampft, voilá, dann ist es Essenszeit. Schmeckt schön butterig und passt als Beilage zu fast allem.

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